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Lackieren mit Zero-Paints

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    Lackieren mit Zero-Paints

    Da mich ein Forumsmitglied gebeten hat, das ich eventuell mal etwas über meine Arbeit mit den ZeroPaints schreibe,
    habe ich mich nun dazu durchgerungen. Dies sollte also auch eventuell ein kleiner Leitfaden für jene sein,
    die mit den ZP‘s arbeiten wollen. Man sagt „viele Wege führen nach Rom“ das ist also der Weg den ich gehe:


    Die gute Nachricht; Zeros sind im Fläschchen schon fertig verdünnt und können somit direkt in die Airbrush gekippt werden.
    Der Hersteller hat eine Riesen Auswahl an Farben die meist nach dem original „Rezept“ der jeweiligen Autohersteller abgemischt werden.


    Die schlechte Nachricht; ZP‘s haben mitunter ein sehr Aggressives Lösungsmittel, was das Arbeiten mit diesen Farben nicht unbedingt einfacher macht.
    Mir wurde auch schon berichtet das der Lösungsmittelgehalt von Farbton zu Farbton unterschiedlich ist.
    Besonders Effektlacke wie Metallic sind noch aggressiver.


    Das Ganze äußert sich am Modell wie folgt: Risse in der Lackoberfläche, Schrumpelige Oberfläche oder Ghostlines.
    (Also die vorher schön verschliffenen Formtrennnähte scheinen wieder durch die Lackoberfläche)
    trotz sorgfältiger Grundierung (auch ZP) und Vorarbeit… besonders ärgerlich ist das Ganze, wenn diese Effekte erst beim Klarlackieren auftreten.
    Häufig wird die Oberfläche genau da unschön, an der man sie vorher mechanisch bearbeitet also beispielsweise abgeschliffen hat.


    Was mir des Öfteren auch schon gesagt wurde und was ich auch bestätigen kann ist, jeder Bausatzhersteller verwendet für seine Modelle
    geringfügig unterschiedliche Materialien. Manche vertragen die ZPs besser als andere. Bei Resin hatte ich z.B. nie Probleme mit den Lacken.


    Zum Vermeiden, das die Zeros mit dem Plastik reagieren, kann man also entweder eine Sperrschicht 2K Klarlack sprühen
    oder mit einer vernünftigen Grundierung eines anderen Herstellers das Modell zuvor versiegeln.


    Meine Herangehensweise in Schritten erklärt (alles Zero Lacke):
    1. Mit Edding Formtrennnähte nachziehen
    2. Die Formtrennnähte verschleifen (ca 2000er Körnung)
    3. Modell mit Seife gründlich reinigen -> ab hier alle Teile nur noch mit Handschuhen anfassen!
    4. Je nach Farbe des Decklackes Grundierung aufsprühen. (Düse 0,4 Druck 1,5bar )
    5. Nassschleifen aller Teile per Hand. Je schöner die Vorarbeit desto besser das endgültige Ergebnis. (min 3000er Nassschleifpapier oder Schleifschwamm)
    6. Dünne aber deckende Schicht 2K Klarlack. Für ein Auto im Maßstab 1/24 mische ich 5ml Klarlack mit 2,5ml Härter und 1,5ml Verdünnung. Druck stelle ich auf ca. 2bar Düse 0,4
      • Erste Schicht nur nebeln!!! Wichtig Oberfläche sollte richtig matt erscheinen.
      • 5min warten damit das Lösungsmittel gut „ausdampfen“ kann
      • Zweite Schicht etwas deckender
      • Wieder 5 min warten
      • Mit der Dritten Schicht die Teile gut versiegeln
    7. Modell min 2Tage trocknen lassen
    8. Nassschleifen aller Teile per Hand. Alle Staubeinschlüsse und Unebenheiten vorsichtig verschleifen. (nicht durchschleifen! Sonst zurück zu Punkt6)
    9. Decklackieren mit der jeweiligen ZP-farbe (Düse 0,4 Druck 2bar) ACHTUNG: die meisten ZP-farben trocknen matt bis seidenmatt! Der Glanz kommt erst durch den Klarlack! Hier sprühe ich auch mindestens drei schichten mit jeweils 5 min Pausen dazwischen. Die Erste Schicht auch hier wieder nur sehr leicht nebeln!!!
    10. Modell min 1Tag trocknen lassen
    11. Staubeinschlüsse mittels Nassschleifen vorsichtig beseitigen. (Körung 3000 oder höher)
    12. 2K Klarlack. Wie in Punkt 6 beschrieben.
    13. Modell min 2Tage trocknen lassen
    14. Nun die jeweiligen Decals auftragen.
    15. Zum Versiegeln der Decals dann wieder eine Schicht Klarlack nach Punkt 6
    16. Modell min 3Tage trocknen lassen
    17. Schleifen und Polieren des Modells. Zunächst verwende ich hier wieder sachte das 3000er Nassschleifpapier, um gröbere Staubpartikel zu entfernen. Danach wähle ich stetig eine feinere Körnung 6000 / 8000 / 12000. Ihr werdet merken, dass der 2K Klarlack wirklich hart aushärtet. Das bringt zum einen den Vorteil das man den Lack später auch mit dem Dremel Polieren kann ohne das man gleich durchschleift. Ich verwende dazu Polierscheiben und die Lackpolitur von Tamiya (Polishing Compound Coarse und Finish).
    18. Zu guter Letzt versiegle ich den Lack noch mit Tamiya Glanzpolitur Wachs

    Das ist also meine Vorgehensweise mit den Lacken von ZP. Mit der Sperrschicht hat es bei meinen Modellen bislang keine Probleme gegeben.
    Auch das sogenannte „Durchbluten“ von z.B rotem Plastik kann so vermieden werden.
    Manch werden nun denken das das sehr aufwendig ist. Meiner Meinung nach ist es aber um einiges aufwendiger sollte man das Modell komplett entlacken und von vorne beginnen.


    Ihr könnt hier auch gerne eure Erfahrungen mit den Zeros anfügen. Eventuell gibt’s auch andere Lösungsansätze.

    GLG Stefan

    #2
    Danke für die tolle Beschreibung!
    sehr aufwendig, aber scheint (doch) kein Hexenwerk zu sein.
    bei welcher Temperatur lackierst du und lässt aushärten?
    vg
    Rich
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      #3
      Hallo Rich

      Im Idealfall sollten in dem Raum in dem du lackierst zwischen 20C° und 25C° herrschen.
      Das Datenblatt des 2K Diamond Gloss bezieht sich auf ca 20°C
      Achtung; Der der 2K Klarlack kann mit der Zeit auch schlecht(er) werden.
      Musste unlängst ein Glas härter entsorgen weil dieser schon am eintrocknen war. (nach ca 3Jahren)
      Besonders am Fläschchen mit dem Härter ist Sauberkeit geboten!
      Da schon kleine Rückstände am Deckel diesen sehr gut verkleben...
      Ich hab gelesen das manche Modellbauer die 2K Lacke zur besseren Haltbarkeit in den Kühlschrank geben.
      Man sollte dann aber die Fläschchen vor dem lackieren frühzeitig wieder auf Raumtemperatur bringen

      Zum aushärten stell ich die Lackierten teile meist auf einen Heizkörper.

      LG

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        #4
        Danke Stefan für diese ausführliche Anleitung

        LG
        Martin

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